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Drei Wochen auf Reisen gehen so ganz mit fremdem Partner...?
Was da alles passieren kann! Du meine Güte! Ich kenne IHN doch gar nicht! Weiß nichts von IHM. Habe IHN gerade mal einmal gesehen! Und da erschien ER mir schon recht sonderbar und wunderlich...

Mittwoch, der 05. Dezember 14.00 Uhr. München.
Grauer Himmel. Kalter Wind. Schneeregen. Plus jede Menge Freudlosigkeit in den Gesichtern meiner Mitmenschen. Mir ist kalt.

22.30 Uhr. Gran Canaria.
Ein Lächeln in den Gesichtern der Menschen, die mich hier umge-ben. Ich spüre Lebenslust, Freude, Hoffnung, Glück, Dankbarkeit. Palmenwedel wiegen im sanften Hauch des Windes. Warme Luft legt sich zärtlich um meinen Körper. Hüllt mich ganz ein. Umarmt mich. Hier bin ich willkommen. Mir ist warm. Auch ums Herz.
Meine Arme hoch erhoben, möchte ich die ganze Welt umarmen! Kindern gleich hüpfe ich die Straße entlang. Drehe mich um meine eigene Achse. Mein dreizehn Kilo Rucksack wippt im Takt auf meinem Rücken. Jubel und Dankeshymnen steigen auf zu den Sternen, deren unzählbar viele, große wie kleine, wie geschliffene Kristalle vom Himmel funkeln. Ich bin im Paradies.

Am Flughafen herrscht noch reges Treiben. Taxen fahren vor, und wieder davon. Autos laden Mengen von Gepäck und deren Besitzer aus und ein. Angestellte der verschiedensten Reiseunternehmen halten Wegweisertafeln hoch in die Luft. Die bunten Busse der Reiseunternehmen füllen sich mit Pauschaltouristen. Dieser Anblick erinnert mich an meinen ersten Mallorcaurlaub. Mit unseren Rucksäcken waren mein damaliger Lebenspartner Heiko und ich vor nunmehr fast vier Jahren mit solch einem farbenprächtigen Bus gefahren, keine Ahnung, wohin die Fahrt ging. Wir fuhren damals lange durch die Dunkelheit, hielten etliche Male vor Hotels an, Namen wurden vorgelesen und von der Liste gestrichen, die Neuankömmlinge stiegen aus. Wir waren die Letzten, die den Bus verließen und in die Nacht wanderten, keinen blassen Schimmer, wohin...

Heute beginne ich meinen ersten Gran Canaria Urlaub mit IHM, meinem mir noch völlig unbekannten und eher befremdlichen als sympathischen Reisepartner. Wieder habe ich mein Gepäck auf dem Rücken. Wieder blicke ich in die Nacht. Wieder habe ich keinen blassen Schimmer, wo wir – ER und ich – sie verbringen werden. Irgendwo hier, in der Nähe des Flughafens wird die Natur uns aufnehmen. Ich bin voller Zuversicht. Voller Freude. Voller Dankbarkeit.

Vor mir sehe ich plötzlich eine hell erleuchtete Tankstelle und ich tätige meinen ersten Einkauf: eine Flasche Mineralwasser. „!Buenos noches, seniora! Una agua mineral. Sin gas, por favor.” “!Muchas gracias! adios.” Es klingt wie ein Lied. Wie abgehackt und kühl erscheint mir dazu im Vergleich meine Heimatsprache.

Bald ist es Mitternacht. Wir lassen den Flughafen hinter uns und laufen in Richtung Strand. Die Straße, in der wir uns gerade befinden, wirkt auf mich ziemlich unheimlich: finster – nicht ein düsteres Licht ist zu erkennen, leer stehende Häuser links von mir, Schrott und Abfälle, ein Autofriedhof, rechts ein hoher Zaun mit Stacheldraht. Doch endlich erscheinen vor uns glücklichere Häuser einer Ferienanlage, es bellen Hunde, es reden Menschen.

Vor mich hinlaufend verliere ich mich in meinen Gedanken... und plötzlich finde ich mich allein, umgeben so weit mein Auge reicht von grauen unförmigen Wänden, wieder. Dunkle Wände, an denen noch dunklere zerrissene Fetzen herunter hängen. Ein Szenario des Fürchtens! Wo ist ER!? Ich schaue nach IHM und sehe, dass ER, den Lauf des Weges erforschend, mir schon weit voraus ist.

Bei näherem Hinschauen kann ich nun erkennen, dass die Gespensterkulisse eine riesige Gewächshausanlage ist, an deren Ende sich jetzt sandiger Acker mit größeren und kleineren Müllhalden anschließt – welch öde Landschaft!
In der Ferne leuchten die Lichter der Inselautobahn und die Reklame eines CENTRO COMERCIAL.
„Wollen wir hier bleiben?“, fragt ER mich.
„Nein!“ Ich dränge weiter, hier fühle ich mich unwohl. Doch was darf ich von der unmittelbaren Umgebung eines Flughafens erwarten? Sollten wir nicht versuchen, etwas weiter ins Landesinnere zu kommen? Es sind noch reichlich Autos unterwegs, vielleicht gibt es sogar noch einen Bus? Oder wir fahren mit einem Taxi? Doch ich verdränge schnell diese Gedanken, denn schon im Flugzeug hatten wir uns geeinigt, heute Abend nirgends mehr hinzufahren. Unser Schlafplatz wird also hier in dieser Umgebung sein.

Unser Durchhalten wird belohnt. Vor unseren Füßen liegt in einer winzigen Bucht ein anmutiges Fischerdörflein. Kleine pittoreske Häuser drängen sich dicht an den Fels. Dazwischen enge Gassen und steile Treppen. Aus einer winzigen Bar dringen Stimmen, dann treten zwei kräftige Männer heraus in die Nacht. Neugierig fragen sie uns „Wohin wir denn noch wollten, zu so später Stunde?“ Und sie klären uns auf: “Weiter kommt ihr hier nicht! Der Weg führt nur noch zu den nächsten drei Häusern.“ Hinter denen ragt ein mächtiger Fels steil in die Nacht und bestätigt die eben gesprochenen Worte. Wir kehren um.

Jetzt drängt sich eine schmale steile Treppe zwischen zwei Häuserwände und lädt mich ein, ihr zu folgen. An ihrem Ende, hier, wo sie mich in einen winzigen Sandstrand entlässt, liegt ihr ein kleines blau-weißes Fischerboot zur Seite. Das Meer plätschert leise und sanft... und ich sinke mit jedem Schritt tief ein in den weichen Sand des Strandes. Und schon schließen sich dem Sandstrand erst eben verlaufende, dann steil aufragende und raue Felsklippen an. Der Mond, ein riesiger Lampion am Himmel, ist unser Begleiter und hüllt dieses Szenario in sein silbernes Licht. ER ist inzwischen nur noch als ein heller, wie ein Gummiball um Meter vor mir her springender Punkt für mich wahrnehmbar, dem ich folge. Ein romantisches Plätzchen!  Und ich überlege schon hier zu schlafen. Doch das überlebt meine Schlafmatte nie und nimmer! Nein, das geht nicht, das Gestein ist viel zu scharfkantig. Ich reise mit einer Therm-a-Rest Schlafmatte der Luxury Serie. Eine sich selbst aufblasende Schlafmatte. Dieses ‚Himmelbett’ hat seinen Namen verdient, nicht, weil ich damit unter freiem Himmel schlafe, sondern weil die Maße himmlisch sind. Jedenfalls für Outdoor-Ansprüche. Sie hat eine Breite von 63 Zentimeter, eine Länge von 196 Zentimeter – ich selbst bin 170 Zentimeter bei nicht ausgestreckten Füßen – und eine Dicke von 6,5 Zentimeter! Sie belastet meinen Rücken mit 1,7 Kilogramm bergauf und bergab, Kilometer für Kilometer, und ist hochempfindlich gegen Dornen, spitze Ästlein, scharfe Steinchen, Glasscherben, Metallreste, etc.

Auch ich habe nun den felsigen Teil passiert, und habe an Höhe gewonnen. Tief unter mir liegt jetzt das Meer, vor mir breitet sich eine weite Dünenlandschaft aus: heller Sand gesprenkelt mit ein paar schwarzen Punkten. Diesmal keine Müllhalden, nein, bei näherem Betrachten entpuppen sich diese Punkte als irgend welch Buschwerk, genau genommen mehr stachliges Gehölz als Buschwerk. Solch ein stachliges Etwas, im Moment nur als ein großer schwarzer Punkt wahrnehmbar, ist jetzt unser Ziel, auf das wir geradewegs zusteuern. Und just in diesem Moment wird die Dunkelheit jäh durchbrochen. Ein Lichtstrahl nähert sich von irgendwoher, und noch bevor ich orten kann, von wo, stehen wir beide voll im blendend hellen Scheinwerferlicht. Ein Auto steht am Ende des Weges, welchen wir kurz vorher beschritten, und somit gleichfalls am Anfang der Düne, auf welcher wir uns soeben befinden.
Zwei neugierige Autoscheinwerfer haben uns voll im Visier. Ein Liebespärchen. Was sonst?
Und ehrlich, ich wäre nie auf andere Gedanken gekommen, hätte ER mich nicht auf andere Gedanken gebracht.
„Na klar! Wir sind gesehen worden im Ort! Die zwei Männer von der Bar, welche uns wegen des Weges ansprachen, diese suchen uns jetzt und haben auch schon Erfolg.“
Erfolg? Okay, falls sie uns wirklich suchten, haben sie uns mit Erfolg gefunden.
Doch um was jetzt mit uns anzustellen?
Sind es Diebe? Mörder? Vergewaltiger?
Haben es die Burschen gar auf meine himmlische Schlafmatte abgesehen?
Ich meine, im tiefsten Dschungel wäre manch einer froh, solch luxuriöses Bett sein Eigen zu nennen. Doch schnell besinne ich mich: Wir sind hier nicht im tiefsten Dschungel. Und die Kerle im Auto kennen auch meine Schlafmatte nicht. Aber vielleicht ist es denen auch egal, ob Luxusausführung oder stink normal? Gesehen haben sie jedenfalls, dass wir mit Rucksack unterwegs sind und demnach ein paar Outdoor-Überlebensdinge bei uns führen. Und die kann man prima auf jedem Flohmarkt gegen Geld tauschen.
Und Geld natürlich! Geld führen wir bei uns. Und Kreditkarten. ... ... ...

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ReiseERleben mit IHM meinem mir fremden Reisepartner, Impressionen meiner Reise - oder besser meiner Rucksacktour in Spanien, auf den kanarischen Inseln - Gran Canaria, Teneriffa, La Gomera - auch die "Inseln des ewigen Frühlings" genannt - aus diesem Erleben entstand das Buch "Unterwegs zu mir".

 

Unterwegs zu mir - Das 1. Buch zur Reise - war eine Reise zu mir selbst- die Impressionen dieser Reise gebe ich in meinem authentischer Erlebnisbericht wieder, ich wandere mit mir völlig fremden Reisepartner durch die wilde Natur der Kanarischen Inseln, meine anonyme Internetbekanntschaft ganz persönlich, Unterwegs... Unterwegs zu mir - Das Buch zur Reise - in Poesie und auch in Prosa - Gedichte, Aphorismen, Sinnsprüche, Photographien, Fotos, Reisefotografien, Reiseimpressionen, Reiseberichte, Reiseerleben,
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diese Tour führte uns von Sharm-el-Sheikh nach Dahab, zum Katarinenkloster - Katharinenkloster - Kloster St. Katharin - Monastery St. Catherine - Convent St. Catherine, zum Berg Moses - Moseberg - Gebel Musa - Mount Sinai, zum Gebel Katherina - Katherinenberg - Kapelle St. Katherine - Stadt St. Katharine, zur Oase Ain Hudra - Oase Ein Khudra - das biblische Hazerot, zu den Rundhäuser aus der Bronzezeit/Jungsteinzeit, die sogenannten Nawamis Rundgräber, wir wandern vorbei an Felszeichnungen aus Zeiten Moses, zum Wadi Ghazala, und nach Nuweiba, dann nach Dahab, und letztlich wieder nach Sharm-el-Sheikh, Sharksbay, zu unserem Ausgangspunkt der Reise. Hier schließt sich der Kreis. Und hier beginnt neues Fernweh...

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